Viele Studien bestätigen, dass sog. "psychoaktive Massagen" die mit santen Berührungen und langen Ausstreichungen arbeiten, gegen Angst, Depression und chronische Schmerzen sehr wirksam sind. Man weiß heute auch, dass sanfte Hautreize bei Frühgeborenen die Entwicklung des Gehirns und die Ausschüttung von Wachstumshormonen fördern. Auch bei Erwachsenen wird Oxytocin ausgeschüttet, wodurch das Wohlbefinden gesteigert und der Blutdruck gesenkt wird. Stresshormone werden nach sanften Massagen deutlich weniger ausgeschüttet. Eine amerikanische Forscherin fand heraus, dass Schwangere, die wöchentlich 20 Minuten massiert wurden, weniger Depressionen und Angst, weniger Bein- und Rückenschmerzen und seltener Frühgeburten hatten. Sogar während der Geburt haben Frauen weniger Schmerzen, wenn ihr Körper sanft gestreichelt wird. Eine ältere Studie belegt zudem, dass Geburtsdauer und Krankenhausaufenthalt verkürzt sind, wenn die Frauen fein behandelt und massiert werden.  Postpartale Depressionen sind deutlich seltener, wenn die Frauen schon während der Schwangerschaft regelmäßig massiert werden. Eine Fußbehandlung oder eine sanfte Rückenmassage nach der Geburt wirken auf die Psyche entspannend, wie Studien nachwiesen. Wissenschaftlich lässt sich dies dadurch erklären, dass Angst und Depressivität mit niedrigen Oxytocinwerten im Blut verknüpft sind. Eine sanfte Massage regt die Oxytocinausschüttung an und wirkt demzufolge positiv und nebenwirkungsfrei auf die Psyche. Diese Wirkung einer sanften Körperbehandlung in der Schwangerschaft und rund um die Geburt ist in vielen Studien belegt (GPSP 2/2017) . Man kann aber davon ausgehen, dass sanfte Körpertherapien in allen Altersstufen und bei Frauen wie Männern eine beruhigende Wirkung auf die Psyche ausüben. Berührung ist wichtig für die emotionale Bindung - nicht nur zwischen Mutter und Kind und in Praxen und Kliniken sollte dafür mehr Aufmerksamkeit und Zeit zur Verfügung stehen.